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17.12.2007
 

Westfälische Rundschau, 17.12.2007
"ebenDIE" begeistert Publikum mit "Die zwölf Geschworenen"

Fröndenberg. Mit dem brisanten Thema Todesstrafe beschäftigten sich am Samstagabend über 150 Zuschauer, ein Großteil von ihnen Schüler der Fröndenberger Gesamtschule, in deren Aula. Die Kölner Theatergruppe "ebenDIE" führte dort ihr aktuelles Stück "Die zwölf Geschworenen" auf, das vor allem durch eine US-Verfilmung aus den 50er Jahren Berühmtheit erlangt hatte.
Der Gerichtsklassiker spielt in einer spartanischen Kulisse: Das Bühnen-Interieur besteht lediglich aus einem langen Tisch mit zwölf Stühlen, einem Kühlschrank in der Ecke, einem riesigen Portrait des 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln und einer USA-Flagge - genau wie im Kult-Streifen mit Henry Fonda in der Hauptrolle, der Prototyp des Kammerstücks. Der größte Unterschied zum Bühnenstück, das Regisseurin Sabine Hahn eigens für diese Aufführung umgeschrieben hat, ist indessen die Besetzung am Geschworenen-Tisch: Dort nahmen in der Hollywood-Verfilmung zwölf Herren Platz - diesmal war Damen-Überschuss angesagt. Man passt sich eben den Gegebenheiten an, erklärt Michael Grünewald, einer von nur vier Männern im Ensemble - da muss man als Theatergruppe schon einmal improvisieren.
Auch die Wahl des Stückes ging auf äußerliche Gegebenheiten zurück, denn die Laienspielgruppe besteht aus zwölf Schauspielerinnen und Schauspielern im Alter zwischen 25 und 75 Jahren, vom Bauingenieur bis zum Rentner - und natürlich Regisseurin Hahn. Eine bunte Truppe, die sich da zum zweiten Mal zu einem Gastspiel in der Fröndenberger Gesamtschulaula traf. Im vergangenen Jahr gaben sie dort das Stück "Emilia Garlotti" von Lessing. Nicht nur, weil den Akteuren die Atmosphäre so gut gefiel, kamen sie wieder: Der erste Auftritt von "ebenDIE" kam auf Anregung von Michael Grünewald zustande, der aus Fröndenberg stammt und viele Jahre lang in der Theatergruppe "TOR - Theater ohne Rahmen" aktiv war, bevor er vor sechs Jahren nach Köln ging und sich seiner aktuellen Gruppe anschloss.
Im typisch gutbürgerlichen amerikanischen Sixties-Outfit agierten die Schauspieler, 140 Minuten lang schlugen sie sich als genervte Geschworene, die über Leben oder Tod eines schwarzen Jugendlichen aus dem Bronx-Ghetto zu entscheiden haben, der des Mordes angeklagt ist. Ohne Pause zog die Gruppe ihr Programm durch, "das ist bei Stücken in der Länge so üblich", erklärt Hassan Aftabruyan, der in dem Stück die Rolle der eher schweigsamen "Nummer fünf" übernahm - die Namen der Geschworenen sind untereinander geheim. Die Zuschauer in der rappelvollen Aula - allein 130 Tickets waren im Vorverkauf weggegangen - verließen diese mit nachdenklichen Gesichtern.
Eine weitere Aufführung von "ebenDIE", die pro Jahr NRW-weit vier bis fünf Aufführungen geben, ist in Fröndenberg bislang noch nicht geplant, aber der Erfolg auch dieser Veranstaltung spricht auf jeden Fall dafür.

Quelle: Westfälische Rundschau , 17.12.2007




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