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29.06.2009
 

Pressemitteilung, 29.06.2009
Befreiender Tabubruch
Theater-Ensemble ebenDIE führt „Das Fest“ auf

Zu seinem 60. Geburtstag hat der Patriarch und Unternehmer Helge Klingenfeldt-Hansen seine Familie und Freunde eingeladen. Obwohl seine älteste Tochter Linda erst vor wenigen Monaten Selbstmord begangen hat, möchte er feiern. Auch die drei verbliebenen Kinder von Helge und seiner Frau Else treffen ein: Christian, der Zwillingsbruder von Linda, betreibt ein Restaurant in Paris, lebt aber allein. Helene, die ständig neue Liebschaften hat, studiert Anthropologie. Der Sohn Michael ist das einzige Kind mit einer eigenen Familie. Er betreibt eine Bar im Hafenviertel. Auch seine Frau Mette ist mit angereist.

In seiner „Festrede“ klagt Christian den Vater des sexuellen Missbrauchs an ihm und seiner Zwillingsschwester Linda an. Seine Anschuldigungen schockieren die Festgesellschaft, dennoch feiert sie zunächst weiter, als sei nichts geschehen. Doch das ändert sich.

Thomas Vinterberg drehte 1997 den Film „Das Fest“ und entwickelte anschließend aus dem Drehbuch eine Bühnenfassung. Im Jahr 2000 wurde das Fest erstmals in Deutschland aufgeführt – in Dortmund und in Dresden. Vinterberg eröffnet in dem Stück ein Familiengeheimnis, eine große Lebenslüge. Lange wahrt die Familie den Schein und wehrt sich mit Ritualen, Ignoranz, Lügen und Schweigen gegen die furchtbare Wahrheit. Vinterberg zeigt jedoch unerbittlich, was die Menschen voreinander verbergen wollen.

Die Figuren entziehen sich einer einfachen schwarz-weiß Beurteilung. Obwohl der Vater (Bernd Poßner) weder Schuld noch Scham zu kennen scheint, entpuppt er sich nicht als Monster, sondern er bleibt ein wehrloser, kranker Patriarch, der allerdings die von ihm vergewaltigten Kindern als „wertlos“ bezeichnet. Sein Sohn Michael (Hassan Aftabruyan) ist nicht einfach nur ein cholerischer Alkoholiker, sondern ein um Anerkennung buhlender sozial gestörter Mensch. Und Christian selbst (Michael Grünewald) legt eine Ruhe an den Tag, die seine Stimmung aus Verzweiflung und Zerrissenheit, aus Auflehnung und Aufschrei immer wieder aufblitzen lässt.

Das Amateur-Theater ebenDIE hat sich das Stück für ihre fünfte Produktion ausgesucht. Es wird in der Kölner Theater-Nacht am 2. Oktober 2009 in Auszügen gezeigt werden und hat Premiere am 1. November 2009 in der neuen Comedia in der Vondelstraße.

Text: Thomas Vinterberg und Mogens Rukov
Aufführungsrechte: S. Fischer Verlag

Termin: Theaternacht am 2.10.2009, 23:00 Uhr
Ort: Arkadastheater, Bühne der Kulturen e. V., Platenstraße 32, 50825 Köln

Darsteller: Hassan Aftabruyan, Doris Bierganns, Jutta Ellinger, Ute Fahl, Christiane Flüter-Hoffmann, Michael Grünewald, Claus Hagenberg, Christiane Hartmann, Christina Heimann, Bernd Poßner, Antje Stobbe

Regie: Sabine Hahn (Kölner Theaterpreis 2005 für „Wir im Finale“ – Mitglied des Ensembles)

Internet-Adresse: www.ebendie.de

Ansprechpartner: Hassan Aftabruyan, Telefon: 0177 5240758
Christiane Flüter-Hoffmann, Telefon: 0174 7458764




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